Archiv des zivilen Ungehorsams

Archiv für zivilen Ungehorsam am Beispiel des THTR in Hamm – eine fotografische Werkstatt für Film, Wort und Ton.

Das AKW in Hamm-Uentrop ist ein herausragendes Beispiel, wie unterschiedlichste Aktionsformen und Handlungsebenen kreativ und so spannend miteinander verknüpft wurden, das ziviler, gewaltfreier Ungehorsam mit lokalen Trägern letztendlich zur Stilllegung des Atomkraftwerkes führten. Mit diesem Archiv wird eine Lücke lokaler Geschichtsaufarbeitung in direkter Kooperation mit zahlreichen Zeitzeugen geschlossen. Dieses Archiv wird beispielhaft auf die Bearbeitung weiterer Themen mit lokalhistorischer Bedeutung wirken.

Anspruch der Werkstatt ist es, aus den vielen kleinen und doch so großen Geschichten des aktiven Widerstands gegen das AKW eine gemeinsame Geschichte zu erzählen. Das soll in Form von Interviews, Reportagen, Recherchen, Bildrestaurationen, Bildreproduktionen, Quellen- und Literaturstudium und mehr geschehen.

Der Werkstattcharakter wird auch durch den Umstand unterstrichen, dass in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch die analoge Schwarz-Weiß Fotografie ein bedeutendes Medium der Bildgestaltung und Informationsvermittlung war. Auch diese Geschichte gilt es zu erzählen.

Die regelmäßig stattfindende öffentliche Vermittlung geschieht in Form unterschiedlichster Fotoausstellungen, Film- und Tonvorführungen, Bildprojektionen an ungewöhnlichen Orten im öffentlichen Raum, mit Fotokunst auf Hauswänden und weiteren zugänglichen Flächen, Erzähl- und Leseabenden, Wiedersehenstreffen und noch vieles mehr. Das „Archiv für zivilen Ungehorsam“ ist ein langfristig angelegtes Kulturprojekt mit direkter Einbeziehung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, hat als lokales Alleinstellungsmerkmal regionale Ausstrahlung.