Die Poesie der Fotografie! Eine wunderbare Ausstellung mit emotionalem Tiefgang!
Deutlich mehr als 50 begeisterte BesucherInnenn waren gekommen, um die Einweihung der Ausstellung von Yehor Bobrov mit dem Titel „Weg durch gewebte Äste“ zu erleben. Darunter befanden sich über 20 junge, kreative Freunde des Fotografen aus ganz Europa, zehn ukrainische Frauen, die für das leibliche Wohl sorgten. Auch die
Nachbarschaft war gekommen. Es herrschte ein fröhliches, buntes Treiben.
Die Fotoausstellung lässt die Besucher in den Mikrokosmos Baum eintauchen und sich darin verlieren.
Baumlobbyist Siegbert Künzel stellte den Konext der facettenreichen Ausstellung zum Streckenbüdchen, zur Bergarbeitersiedlung, zum sozialen und kulturellen Leben rund um das ehemalige Bergwerk Radbod her. Försterin Diethild Nordhues-Heese in Rente nahm die ZuhörerInnen mit zu Spaziergängen auf oft unbekanntes Terrain, über Pfade und Wege durch die Wälder. Sie ermahnte die Gäste eindringlich, faktenreich belegt, sorgsam mit der Ressource Baum und Wald umzugehen. Holzwerker Martin Kleinert erzählte die Geschichte seines Freundes, der an Krebs unheilbar erkrankt sei, und auf dessen Bitte er einen besonderen Sarg baute. Der Sarg entstand auf Rügen, musste aber nach Hamm gebracht werden. Dazu löste er eine Fahrradfahrtkarte für die Bahn und transportierte den Sarg mit dem Nahverkehr und dem ICE bis ans Ziel. Das dabei Erlebte wurde eine echte Komödie.
Die Temperaturen bei der Vernissage lagen knapp über Null Grad. Das Gehörte in den drei Redebeiträgen ließ Zeit und Raum vergessen.
Bezirksbürgermeister Klaus Jendreiek bedankte sich bei den Akteuren, die die Büdchen-Trilogie, eine Ausstellung an drei Kiosken gleichzeitig, erdacht und kreiert haben und geriet geradezu euphorisch ins Schwärmen angesichts der vielen Jungen Menschen aus ganz Europa, die hier nach Bockum- Hövel gekommen waren. Werner Reumke, Vorsitzender des Vereins DIE STRECKE e.V. übernahm die Moderation dieses denkwürdigen Geschehens und kündigte bereits an, mit der Freundin des Künstlers, ebenfalls Designerin, und ihrer großen Formate eine temporäre Kunstbuslinie einrichten zu wollen. Da auch der Vater und die Oma des Künstlers Yehor Bobrov, in der Nähe von Kiew lebend, ansprechend und sehenswert fotografieren, wäre es besonders reizvoll den Stafettenstab aufzunehmen und weitere Ausstellungen zu präsentieren.
Die Wintergalerie unter den Linden am Streckenbüdchen ist schon jetzt ein großer Erfolg.
